16. November 2022
3 Min. Lesezeit

Lass uns Rugby spielen!

Frauen und Sport scheinen manchmal noch immer eine schwierige Verbindung zu sein, besonders in muslimischen Ländern. Aber das muss überhaupt nicht so sein, sagt Fatma El-kindiy der in Tansania und Sansibar einen eher ungewöhnlichen Mannschaftssport für Mädchen und Frauen fördert – Rugby.

Bei jedem Rugbyspiel kommen mehr Leute, um zuzuschauen. Und es ist spannend, wie viele von ihnen dann mitspielen wollen. Die Leute, die in den Vereinen aktiv sind, helfen auch dabei, mehr Frauen für den Sport zu begeistern. Das gibt mir Hoffnung, dass wir in naher Zukunft in Tansania und Sansibar viele Rugby- und auch Frauenteams haben werden.

Die erste Frage, die sich jeder stellt, ist natürlich: Wie spielt man Rugby? Vereinfacht ausgedrückt läuft man bei diesem Spiel vorwärts und spielt rückwärts. Ziel ist es, dass eine Mannschaft den Ball über die gegnerische Torlinie trägt und ihn auf den Boden drückt, um ein Tor zu erzielen. 

Rugby ist in Neuseeland, Südafrika und Wales am beliebtesten, wo es nicht nur Nationalsport, sondern Teil der Kultur ist. Rugby Union, wie es genannt wird, wird jedoch mittlerweile auf allen Kontinenten gespielt und hat über zwei Millionen registrierte Spieler.

Rugby galt lange Zeit als Männersport. Die Leute hielten es für ein gewalttätiges Spiel. Viele Mädchen und Frauen stehen dem Spiel skeptisch gegenüber, aber meiner Meinung nach liegt das nur daran, dass sie noch nie mit dem Spiel in Berührung gekommen sind.

Leidenschaft begann

in Botswana

Ich war zunächst als Spielerin im Rugby aktiv und dann als Damenvertreterin für meinen Verein, den Gaborone Rugby Football Club in Botswana. Dort entwickelte sich meine Leidenschaft für den Sport. Als ich nach Tansania zurückkehrte, trat ich der Tanzania Rugby Union bei, weil ich dazu beitragen wollte, den Sport für Frauen in meinem Heimatland zu fördern. 

Derzeit arbeite ich mit 36 Jahren an der Gründung der ersten nationalen Frauenmannschaft Tansanias und lege großen Wert auf die Rugby-Ausbildung in Schulen und Gemeinden. Gerade erst fand das jährliche Touch-Rugby-Turnier in Daressalam statt. In Sansibar wird Rugby in Paje gespielt. Die Mannschaften sind Paje Pirates und Scorpion RFC. Bald werden wir in Sansibar mit dem Training junger Damen beginnen. Ich habe meine Level One Fifteens-Ausbildung als Trainerin abgeschlossen und bin sogar als Frau als Trainerin bei einem Verein in Daressalam tätig – den Dar Cubs, einer reinen Männermannschaft.

Keine Anfänger im Rugby!

Mein richtiger Beruf ist Innenarchitektin, aber ich war schon immer eine Sportbegeisterte. Das Beste am Rugby ist, dass es keine Anfängerkurse gibt. Beim Rugby kann man mit allen anderen anfangen zu spielen und dabei lernen. Aber das ist Teil des Spaßes! Rugby ist für alle da, es kennt kein Geschlecht, keine Religion oder Hautfarbe und wird von Menschen aller Formen und Größen gespielt. Wir möchten sicherstellen, dass sich Frauen sicher und unterstützt fühlen und wissen, dass sie einen Platz im Sport haben. Solidarität ist einer der Grundwerte des Sports und Rugbyspieler achten immer auf einander. Niemand wird zurückgelassen.

Tansania hat noch einen langen Weg vor sich, um die Höhen von Kenia, Uganda oder Burundi zu erreichen. Aber das Engagement und die Entschlossenheit sind jetzt da. Wir haben zahlreiche Teams, die an Turnieren im ganzen Land teilnehmen, und viele weitere Teams sind in der Entwicklung. In den Teams spielen sowohl Expats als auch Einheimische zusammen, was dem Spiel eine kulturelle Vielfalt verleiht. Es gibt Vereine in Moshi, Arusha, Daressalam, Sansibar und Tanga, in denen eine wunderbare Kameradschaft herrscht. Ich glaube, dass Rugby in meinem Land genauso populär werden kann wie Fußball.

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