12. April 2024
2 Min. Lesezeit

MANHATTAN TRIFFT FUMBA

Manhattan ist 14,6 Kilometer lang und 3,5 Kilometer breit. Fumba ist 14,3 Kilometer lang und 3,6 Kilometer breit. Ansonsten könnten die beiden Halbinseln natürlich nicht unterschiedlicher sein. Das glitzernde Manhattan, eines der Handels- und Kulturzentren der Welt, voller Wolkenkratzer, Banken, Büros und Wohnhochhäuser. Fumba in Sansibar, noch grün und ländlich, zeigt nur erste Anzeichen städtischer Entwicklung. 

Der Vergleich zeigt jedoch, welches Wachstum vorstellbar wäre. Manhattan war 1609 ein dünn besiedeltes Gebiet aus Sümpfen und Mooren, heute leben dort 28.000 Menschen pro km2. Sansibar hat 768 Einwohner pro km2. Das mag wenig klingen, ist aber bereits dreimal so dicht wie beispielsweise Mallorca, eine Touristeninsel in Spanien. Sansibar hat (zusammen mit Tansania) eines der höchsten Bevölkerungswachstumsraten der Welt.

Wollen wir, dass Fumba wie Manhattan aussieht? „Vielleicht afrikanischer“, antwortet Sebastian Dietzold, Entwickler von Fumba Town, „aber es muss eine höhere Gebäudedichte erreicht werden, um eine wachsende Bevölkerung ausreichend unterzubringen.“ Ein anderer Stadtplanungsexperte, der Kanadier Kurtis Lockhart, ist radikaler. Soll Sansibar wie New York werden? „Aber auf jeden Fall“, antwortet Lockhart, „der Central Park in Manhattan ist einer meiner Lieblingsorte auf der Welt.“

Lockharts Mission ist die weltweite Entwicklung neuer Städte, um Menschen aus der Armut zu befreien (siehe seinen Gastkommentar links). 

Derzeit nimmt Sansibar-Stadt neue Einwohner auf, indem sie sich einfach ausbreitet. Diese Art der Urbanisierung hat der Insel nicht zum Wohlstand verholfen; die Jugendarbeitslosigkeit ist auf 20 Prozent gestiegen. Fumba ist als Freihandelszone vorgesehen, um ausländische Investitionen anzuziehen.

  In einem gemeinsamen Vorschlag für Fumbas Entwicklung vom Charter Cities Institute und dem Bauträger CPS heißt es: „Der Bau neuer Städte in Sansibar erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren.“ Der einfache Grund: Afrikanische Länder urbanisieren auf einem historisch viel niedrigeren Einkommensniveau als andere Regionen und haben nicht genug Steuereinnahmen, um die Infrastruktur aufzubauen. Geplante Städte „werden Arbeitsplätze schaffen und neue Wachstumssektoren einführen“, heißt es in dem Vorschlag. 

  Manhattan florierte durch kluge Planung: mit dichter Bebauung, guter Koordination der Grundstücksinteressenten und einem umfassenden Infrastrukturplan. Vergleicht man die beiden Karten, wäre Fumba Uptown wie ein Lower Manhattan, Fumba Town wie die Upper West Side.  

Und Sansibars Natur, die Palmen und Strände? Wer würde ein tropisches Paradies gegen einen Betondschungel eintauschen? „Es ist kein Kompromiss zwischen städtischer Umgebung und Natur“, sagt Lockhart. „Fumba Town mit seiner erstaunlichen Integration der Permakultur zeigt, wie eine Inselstadt grün bleiben und trotzdem wachsen kann.“ Manhattan Light – wird das eine Option für Sansibar sein, die Insel vor der Ostküste Afrikas?

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